Call for Papers / Vorschau

Call for Papers

2021/2 Programmplanung und Angebotsentwicklung in der wissenschaftlichen Weiterbildung

Redaktionsschluss Themenbeiträge:  15.04.2021; Veröffentlichung: Dezember 2021 

Angebotsentwicklung und Programmplanung gehören zweifelsohne zum beruflichen Kerngeschäft in der wissenschaftlichen Weiterbildung. Insofern gibt es kaum eine Handlungsaufgabe, die nicht direkt oder indirekt mit der Entwicklung eines Weiterbildungsangebots zu tun hat. Dabei werden beim Programmplanungshandeln recht unterschiedliche Ebenen tangiert: so werden „System-, Organisations-, Interaktions- und Individuumperspektiven antizipiert, miteinander in Verbindung gebracht und in ein konkretisiertes Programmangebot überführt“ (Feld & Seitter, 2017, S. 89). Programmplanungshandeln ist nicht nur didaktisches Handeln, sondern auch Managementhandeln. Insofern gibt es thematisch Anschlüsse zu bisherigen Schwerpunktthemen der ZHWB von „Professionalisierung“ bis hin zu „Kooperation und Vernetzung“.

Die Erwachsenenbildung/Weiterbildung kann auf eine intensive begriffliche und forschende Auseinandersetzung mit Programmplanung und Angebotsentwicklung zurückblicken. Und auch in der Gegenwart bleiben sie aktuelle Themen (vgl. Themenheft der Hessischen Blätter für Volksbildung 2019, H. 2). Ansatzpunkte reichen von Suchbewegungen (Tietgens, 1982) und Angleichungshandeln (Gieseke, 2008) über Dienstleistungscharakter und Angebotsentwicklung (Schlutz, 2006) bis hin zu Programmplanungskulturen (Dollhausen, 2008), Programmanalysen (Nolda, 2018) und Programmforschung (Fleige et al., 2019). Im Feld der Hochschulweiterbildung fehlen dagegen noch weitgehend systematisierende Darstellungen. Reich-Claassen (2020) führt in ihrer Systematisierung Diskussionsstränge der Erwachsenenbildung mit denen des Bildungsmanagements zusammen unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen Strukturlogiken des Lernorts „Hochschule“.

Im Rahmen des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ (Cendon et al., 2020) sind zahlreiche Studien erschienen und neue Einsichten zur Bedarfserfassung und Nachfrageorientierung (Seitter, 2020), Aushandlungsprozessen und Passungsproblemen (Denninger, 2020) und regionalen Bedarfen (Rohs, Schmidt & Dallmann, 2020) generiert worden. Auch die sich vollziehende digitale Transformation führte zu veränderten Angebotsformen, die nicht nur das Fernstudium betreffen (Zawacki-Richter & Stöter, 2020).

Forschungsmethodische Zugriffe, so die Rolle von empirischer Forschung für Bedarfs- und Zielgruppenanalysen (Unger & Sann, 2020) oder zur Programmanalyse (Tschupke, 2020), finden bisher vereinzelt Aufmerksamkeit.

Während der Blick auf Angebotsformen und Formate (Christmann, 2020) durchaus vertraut ist - nicht zuletzt, weil er bildungs- und verbandspolitisch relevant wird durch die Empfehlungen der DGWF zur „Struktur und Transparenz von Angeboten der wissenschaftlichen Weiterbildung an Hochschulen in Deutschland“ (2018) - bleibt das professionelle Programmplanungshandeln eher unterbelichtet. So „ist vergleichsweise wenig darüber bekannt, wie Angebote wissenschaftlicher Weiterbildung in ihren unterschiedlichen Formaten tatsächlich geplant, entwickelt und durchgeführt werden“ (Reich-Classen, 2020, S. 294).

Für die Ausgabe 2/2021 der ZHWB sind wissenschaftliche Beiträge erwünscht, die sich theoretisch, empirisch und konzeptionell mit Fragen der Programmplanung und Angebotsentwicklung auf den unterschiedlichen Ebenen im Feld der Hochschulweiterbildung beschäftigen. Dies betrifft u.a. folgende Dimensionen:

  • Planungskulturen
  • Angebotsentwicklung, -konzeption, -politik
  • Modelle der Angebotsentwicklung
  • Bedarfserschließung und Nachfrageorientierung
  • Bildungsvorstellungen und Zielhorizonte
  • pädagogisches Planungshandeln
  • Zielgruppenkonstruktionen
  • Angebotsstrukturen und -formen
  • (innovative) Programmformate
  • digitalisierte Angebotsszenarien
  • adressenatenorientierte Dienstleistungen
  • Weiterbildungsmarketing und -management
  • Dozierendengewinnung
  • Evaluation, Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit

 

Literatur

Cendon, E., Wilkesmann, U., Maschwitz, A., Nickel, S., Speck, K., Elsholz, U. (Hrsg.). (2020). Wandel an Hochschulen?. Entwicklungen der wissenschaftlichen Weiterbildung im Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“. Münster: Waxmann.

Christmann, B. (2020). Angebotsformen und Formate wissenschaftlicher Weiterbildung. In W. Jütte & M. Rohs (Hrsg.). Handbuch Wissenschaftliche Weiterbildung (S. 263–278). Wiesbaden: Springer VS.

Denninger, A. (2020). Bedarfstransformationsprozesse als Ursache von Passungsproblemen zwischen Angebot und Nachfrage. Ergebnisse einer unternehmensinternen Prozessanalyse. ZHWB, 2020(1), 55–62.

DGWF. (2018). Struktur und Transparenz von Angeboten der wissenschaftlichen Weiterbildung an Hochschulen in Deutschland. Empfehlung.

Dollhausen, K. (2008). Planungskulturen in der Weiterbildung: Angebotsplanungen zwischen wirtschaftlichen Erfordernissen und pädagogischem Anspruch. Bielefeld: wbv Media.

Feld, T. C. & Seitter, W. (2017). Organisieren. Stuttgart: Kohlhammer

Fleige, M., Gieseke, W., Hippel, A. von, Käpplinger, B. & Robak, S. (2019). Programm- und Angebotsentwicklung in der Erwachsenen- und Weiterbildung. Bielefeld: wbv Media.

Gieseke, W. (2008). Bedarfsorientierte Angebotsplanung in der Erwachsenenbildung. Bielefeld: Bertelsmann.

Nolda, S. (2018). Programmanalyse in der Erwachsenenbildung/Weiterbildung – Methoden und Forschungen. In A. von Hippel & R. Tippelt (Hrsg.), Handbuch Erwachsenenbildung/Weiterbildung (S. 433–449). Wiesbaden: Springer VS.

Reich-Claassen, J. (2020). Angebotsentwicklung und Programmplanung in der wissenschaftlichen Weiterbildung. In W. Jütte & M. Rohs (Hrsg.), Handbuch Wissenschaftliche Weiterbildung (S. 279–297). Wiesbaden: Springer VS.

Rohs, M., Schmidt, H.-J. & Dallmann, H.-U. (Hrsg.). (2020). Aufstieg durch Bildung? Regionale Bedarfe als Grundlage wissenschaftlicher Weiterbildung. Bielefeld: wbv Media.

Schlutz, E. (2006). Bildungsdienstleistungen und Angebotsentwicklung. Münster u.a.: Waxmann.

Seitter, W. (2020). Bedarfserfassung und Nachfrageorientierung in der wissenschaftlichen Weiterbildung. In W. Jütte & M. Rohs (Hrsg.), Handbuch Wissenschaftliche Weiterbildung (S. 315–328). Wiesbaden: Springer VS.

Tietgens, H. (1982). Angebotsplanung. In E. Nuissl (Hrsg.), Taschenbuch der Erwachsenenbildung (S. 122–144). Baltmannsweiler: Pädag. Verl. Burgbücherei.

Tschupke, S. (2020). Programmanalyse als methodischer Zugang zur Untersuchung pflegebezogener Studiengänge für beruflich Qualifizierte. In W. Jütte, M. Kondratjuk & M. Schulze (Hrsg.), Hochschulweiterbildung als Forschungsfeld. Disziplinäre, theoretische, empirische und methodische Zugänge (S. 277–295). Bielefeld: wbv Media.

Unger, F. & Sann, U. (2020). Empirische Forschung als Fundament gelingender Bedarfs- und Zielgruppenanalysen für wissenschaftliche Weiterbildungsformate sowie als Gestaltungselement teilnehmendenorientierter Lernsettings. In W. Jütte, M. Kondratjuk & M. Schulze (Hrsg.), Hochschulweiterbildung als Forschungsfeld. Disziplinäre, theoretische, empirische und methodische Zugänge (S. 241–257). Bielefeld: wbv Media.

Zawacki-Richter, O. & Stöter, J. (2020). Angebotsformen des Fernstudiums mit digitalen Medien in der wissenschaftlichen Weiterbildung. In W. Jütte & M. Rohs (Hrsg.), Handbuch Wissenschaftliche Weiterbildung (S. 299–314). Wiesbaden: Springer VS.

 

Redaktioneller Ablauf

15.04.2021

Deadline zur Einreichung von Beiträgen

15.09.2021

Rückmeldung der Review-Ergebnisse

15.10.2021

Deadline zur Überarbeitung der Beiträge

30.11.2021

Freigabe der Druckfahnen

Dez. 2021

Veröffentlichung

 

Vorschau auf kommende Hefte


2022/1 Hochschulweiterbildung und Alter(n)

(Redaktionsschluss Themenbeiträge 15.10.2021)

2022/2 Disziplinäre und wissenschaftliche Verortungen in der wissenschaftlichen Weiterbildung

(Redaktionsschluss Themenbeiträge 15.04.2022)